Geschichte des Deutschen Ordens
Der Deutsche Orden entstand 1190 aus einem Akt der Nächstenliebe, als Bürger aus Bremen und Lübeck während des dritten Kreuzzugs Lazarette errichteten. Seit 1202 ist der Orden ununterbrochen in Südtirol ansässig. Ordensbrüder betreuen in Südtirol noch heute Pfarreien, Schüler- und Studentenheime, Schulen, Gästehäuser sowie Landwirtschaften, während Ordensschwestern vorwiegend in Senioren- und Pflegeheimen sowie in Gesundheitseinrichtungen.
Ein kurzer Blick in die Geschichte
Der Deutsche Orden, dessen Mitglieder sich nach dem ehemaligen deutschen Spital in Jerusalem "Brüder vom Deutschen Haus Sankt Mariens in Jerusalem" nannten, wurde 1190 in Akkon gegründet, zunächst als Spitalbruderschaft und seit 1198 auch als ritterliche Gemeinschaft zum Schutz der Pilger im Heiligen Land.
Deutschordens-Konventsarchiv (DOKA)
Das Deutschordens-Konventsarchiv (DOKA) enthält die auf die Ordensprovinz in Südtirol/ Italien bezogenen Überlieferungen. Vor dem Ersten Weltkrieg mussten die dezimierten Restbestände der ehemaligen Ritter-Ballei an der Etsch und im Gebirge bis ca. 1810 an das Deutschordens-Zentralarchiv in Wien abgetreten werden.
Daher setzt die Überlieferung im DOKA erst nach 1816 mit den Akten der Ballei- und Rentamtsverwaltung ein. Einen Schwerpunkt des Archivs bildet der Nachlass des bzw. die Sammlung über den Diener Gottes und Gründer der Priesterkonvente im 19. Jahrhundert, P. Peter Rigler OT.
Weitere Bestände beziehen sich auf die Provinzverwaltung (Prior, Liegenschaften, Ökonomie) und die Hausverwaltung des 1855 gegründeten Priesterkonventes in Lana. Vorhanden sind weiters auf die Brüder bezogene Unterlagen (Personalakten und Nachlässe) sowie Archivalien zu den inkorporierten Pfarreien und den Deutschordens-Schwestern. Einige Ordensmitglieder betätigten sich als eifrige Sammler (z.B. zum hl. Antonius von Padua) oder brachten umfangreiche Materialien ihrer Tätigkeiten ein (z.B. P. Hermann Wieser OT). Zu den Sammlungen zählen auch Foto- und Medienbestände, Landkarten und Musikalien.
Die Benützung für wissenschaftliche Zwecke ist nach Voranmeldung möglich.
Für Archivalien der Ballei, der Ordenspfarreien und -einrichtungen vor 1810 im Deutschordens-Zentralarchiv in Wien kann folgendes Findbuch auf Anfrage digital eingesehen werden: Ellinor Forster: Die Ballei an der Etsch und im Gebirge in den Quellen des Deutschordens-Zentralarchivs, [Innsbruck 2005], mit Orts- und Personenindex, 802 S.
Kontakt
Archivar Mag. Simon Terzer FamOT
Deutschordens-Konvent
Erzherzog-Eugen-Straße 1
39011 Lana
Sechs Jahrhunderte Wissen
Deutschordens-Konventsbibliothek
Die Bibliothek im Konvent enthält ca. 62.000 Werke ab dem 16. Jahrhundert. Sie speist sich aus Nachlässen, Pfarreien, Ankäufen des Konventes und Schenkungen. Die Erschließung des Bestandes nach Fachgruppen und Nachlassern bis 2012 erfolgte durch das von der Stiftung Südtiroler Sparkasse geförderte Projekt „Erschließung historischer Bibliotheken“ (EHB). Der Online-Katalog ist bisher an der Universität Bozen angesiedelt:
Online Zugang zum EHB-Katalog über die Freie Universität Bozen (tessmann.it)
Unter den Mediengruppen befinden sich ca. 10.400 Tirolensien und 433 Tiroler Zeitschriften. In den Konvent gebracht wurde auch die Pfarrbibliothek von Unterinn, die in ihrem Kern im Zuge der Säkularisation ihre Werke aus der Landkommende Weggenstein bezogen hatte. Von den wichtigen Nachlassern und Bucheignern seien erwähnt: P. Peter Rigler OT, Priester Michael Winnebacher, Forstmeister und Historiker Philipp Neeb, Dekan P. Alfred Delucca OT, P. Hermann Wieser OT, Philosoph Stefan Lochmann, Confrater Prälat August Peters (Aachen). Literatur Benjamin Santer, Die Bibliotheksbestände des Deutschen Ordens in Lana/ Le collezioni librarie dell’Ordine Teutonico di Lana (Erschließung Historischer Bibliotheken in Südtirol/ Censimento delle Biblioteche Storiche dell’Alto Adige 9), Brixen 2012.
Die Benützung für wissenschaftliche Zwecke ist nach Voranmeldung möglich, Ausleihen können nicht angeboten werden.