60jähriges Priesterjubiläum von Althochmeister und Altprior DDr. Arnold Wieland OT

Ansprache des Priors P. Christian Stuefer anlässlich der Feier zu diesem Anlass am Sonntag, 2. August im Deutschordenskonvent in Lana:

Ich lernte den damaligen Hochmeister P. Arnold im Winter 1993 kennen, als er zum Deutschordensjugendtreffen nach Wien einlud. Es war ihm ein großes Anliegen, dass die Jugendlichen der verschiedenen Provinzen einander besser kennenlernen – und damit einhergehend auch die Spiritualität sowie den Gesamtorden. Wir feierten feierliche Gottesdienste, unternahmen Ausflüge nach Gumpoldskirchen, Heiligenkreuz und Klosterneuburg, besuchten die Oper und kamen in intensiven Gesprächen und Diskussionen zusammen. Menschen zusammenzuführen, damit sie einander besser verstehen und kennen lernen, ist eine der herausragenden Eigenschaften des Jubilars. Diese Gabe hat er in den verschiedenen Bereichen seines Wirkens stets eindrucksvoll entfaltet.

Deswegen war es wohl kein Zufall, dass das Generalkapitel 1988 ihn zum Hochmeister gewählt hat. In seiner früheren Aufgabe als Studentenseelsorger der Diözese Bozen-Brixen hatte er bereits unzählige Kontakte geknüpft. Durch diese Aufgabe war es ihm auch möglich die Brüder und Schwestern unseres Ordens kennen zu lernen, die damals noch hinter dem ‚Eisernen Vorhang‘ lebten. Beim Fall dieser Grenzen kam ihm das sehr zugute. Sofort war er bestrebt, diese Ordensprovinzen tatkräftig auf- und auszubauen.

Wenn unsere Ordensjugend heute im Noviziatsunterricht mit ihm in die Ordensgeschichte eintaucht, staunt sie jedes Mal über sein enormes Fachwissen. Er versteht es einfach, Geschichte lebendig zu machen, indem er verschiedene Themen beleuchtet und anhand von Dokumenten und Autoren eine sehr vielseitige Sichtweise vermittelt. Das Wissen um unsere Herkunft ist ihm vor allem deshalb so wichtig, weil wir nur so die heutigen Aufgaben gut bewältigen und die richtigen Weichen für die Zukunft stellen können. Trotz all dieser Verdienste ist er immer ein bescheidener Mitbruder geblieben, der jederzeit bereit ist mitzuhelfen.

Als P. Arnold 2002 von Wien zurückkehrte, übernahm er die Pfarrei Siebeneich, unterrichtete an der „Claudiana“ in Bozen, kümmerte sich wieder um die studierende Jugend und war für viele Jahre der Ordensrefernt der Diözese. Als ich ihn nach meiner Wahl zum Prior 2024 fragte, ob er bereit wäre in den Pfarreien des Passeiertales mich bei meiner Abwesenheit zu vertreten, nahm er diese neue Aufgabe gerne an. Ganz neu war ihm das Passeiertal sowieso nicht, denn dort verbrachte er seine ersten Jahre als Kooperator. Er blieb den Menschen nicht nur durch seine sportlichen Aktivitäten, wie z.B. das Skifahren, in Erinnerung, sondern auch durch seine ausgleichende Art zwischen dem Dekan und Pfarrer von St. Leonhard und dem Pfarrer von St. Martin. Ersterer war nach dem Konzil ein eifriger Reformer, zweiter ein eifriger Bewahrer. Der junge Kooperator P. Arnold schaffte es sehr schnell das Vertrauen von beiden zu gewinnen und zwischen diesen beiden zu vermitteln.

Wir wünschen dem Jubilar eine stabile Gesundheit. Wir danken ihm für seine unkomplizierte Weise überall mitzuhelfen, wo er gebraucht wird, und freuen uns, wenn er sich seinen unverkennbaren Humor beibehält. Damit findet er schnell Zugang zu den Menschen, egal ob jung oder alt, ob hochgebildet oder ganz einfach. Priestersein für 60 Jahre bedeutet, dass er mindestens 21.900 Hl. Messen gefeiert hat (365x60). Allein das ist schon überaus beachtlich. Wir freuen uns als Ordensgemeinschaft über sein besonders Jubiläum und sagen ihm ein aufrichtiges Vergelt’s Gott!